Salzburger Wehrgeschichtliches Museum
Ausstellung Salzburger Kontingente im Dienste des Kaisers - Erzbischöfliches Militär auf den Kriegsschauplätzen Europas”
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Salzburger Wehrgeschichtliches Museum
Radschlosspistole
Österreichische Pallasche
Salzburger Säbel
Morion und Radschlosskarabiner mit Paddelschaft
Mütze der Janitscharen, Reflexbogen
Panzer der polnischen Husaren
Panzer der osmanischen Sipahis
Das kleine Fürsterzbistum Salzburg lag geografisch im Zentrum des Hl. Römischen Reiches. Die Fürsterzbischöfe stammten fast nie aus dem Land Salzburg, sondern aus europäischen Adelsfamilien aus jenem Imperium. Daher lebten diese Souveräne des kleinen Fürsterzbistums genauso im Spannungsfeld zwischen Ost und West wie die Kaiser des Hl. Römischen Reiches, welches wiederum im Herzen Europas zwischen den anderen herrschenden Mächten lag. In diesem Kontext betrachten wir die Verpflichtungen der Fürsterzbischöfe gegenüber dem Kaiserhaus. Die Ausstellung will: einen Überblick über das Salzburger Militärwesen im souveränen Erzbistum Salzburg geben, die Aufbau- und Ablauforganisation des Salzburger Militärs seit den Ende des Lehenswesens bis zur Säkularisierung darstellen, die Antworten der Fürsterzbischöfe auf Bedrohungen des Landes und des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation vermitteln, die Teilnahme Salzburger Militärkontingente an für Europa wichtigen Feldzügen und Schlachten in Ost und West dokumentieren, die Waffenwirkungen im Lichte der technischen Entwicklungen und die daraus entstandenen taktischen Kampfverfahren aufzeigen, das Soldatenleben und den hohen Blutzoll, den Salzburger Einheiten auf den Schlachtfeldern Europas geben mussten, aufrollen sowie das Entstehen und Wirken des adeligen militärischen St. Rupert-Ritter-Ordens bis zu seiner Auflösung 1811 untersuchen. Nach der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen wurde 1494 unter Erzbischof Friedrich V. von Schaumburg der Begriff der Landfahne eingeführt. Diese Volksbewaffnung bestand aus 10% der Einwohner und betrug in der Regel 300 Mann pro definierten Bezirk, ein Mehrbedarf wurde durch Söldner ergänzt. Erzbischof Paris Lodron führte eine ständige Miliz ein und ließ an der Salzach eine Kaserne erbauen, die Alte „Thürnitz“. Hier war das Militär stationiert. Anlass war der 30-jährige Krieg. Aus dieser Regentschaft stammt auch ein großer Teil der Befestigungsmauern um die Stadt. Vier verschiedene Truppengattungen formierten das Salzburger Militär: 1. Die Leibgarde des Fürsterzbischofs. Sie war die älteste stehende Formation des Salzburger Militärs. 2. Das Stadtkommando bestand aus 6 Füsilierkompanien zu je 70 Mann und 1 Grenadierkompanie.  3. Im Schloss- und Landkommando dienten viele in der Stadt Geborene (Soldatenkinder) und ältere Soldaten, welche beim Stadtkommando ausgemustert und   zur Ergänzung abgegeben worden waren. 4. Die Artillerie unterhielt man zur Bedienung der Festungs- und Feldartillerie. So kämpften gegen das Osmanische Reich hunderte Salzburger auf den Kriegsschauplätzen von der Befreiung Wiens beginnend. Auf den Schlachtfeldern von Mohacs, Belgrad und am Balkan ließen Salzburger Reichskontingente unter kaiserlichen Feldherren für das Weiterbestehen des Abendlandes ihr Leben. Der hohe Blutzoll soll hier in der Ausstellung dokumentiert werden. Aber nicht nur am Balkan und im Osten kam Salzburger Militär zum Einsatz, auch im Westen und Herzen Europas wurden Salzburger Militärformationen, in der Regel in Regimentsstärke, im Rahmen der Reichsarmee ständig unter hohen Verlusten eingesetzt. Das Fürsterzbistum Salzburg stellte im Spanischen Erbfolgekrieg ab 1706 ein Regiment mit 10 Kompanien zu je 150 Mann, also um die 1500 Mann durch mehrere Jahre hinweg für den Einsatz bei zahlreichen Gefechten und Schlachten. Namen wie Namur in Belgien, Philippsburg am Rhein und Freiburg im Breisgau tauchen in den Kriegsberichten des Salzburger Militärs im 18. Jahrhundert immer wieder auf. Schließlich verteidigte das Salzburger Regiment mehrmals erfolgreich und mit großen Verlusten im 2. Koalitionskrieg die Festung Philippsburg gegen die napoleonischen Truppen, bis das Regiment schließlich nach Kriegsende am 5. Mai 1801 wieder nach Salzburg stark dezimiert heimkehrte. Ergänzt werden die Untersuchungen des SWGMs durch die Darstellungen der Entwicklungen und historischen Prozesse im Bereich der Organisation des Salzburger Militärs während aller geschichtlichen Epochen. Ausgestellt wird auch die Funktion des St. Rupert-Ritterordens, der die Basis der Salzburger Offiziere bildete. Mit dieser Ausstellung erforschte das SWGM einen bis dato kaum beachteten Teil der Salzburger Geschichte und entriss ihn damit der Vergessenheit.   Kurt A. Mitterer
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Ausstellung Salzburger Kontingente im Dienste des Kaisers - Erzbischöfliches Militär auf den Kriegsschauplätzen Europas” Die Ausstellung will: einen Überblick über das Salzburger Militärwesen im souveränen Erzbistum Salzburg geben, die Aufbau- und Ablauforganisation des Salzburger Militärs seit den Ende des Lehenswesens bis zur Säkularisierung darstellen, die Antworten der Fürsterzbischöfe auf Bedrohungen des Landes und des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation vermitteln, die Teilnahme Salzburger Militärkontingente an für Europa wichtigen Feldzügen und Schlachten in Ost und West dokumentieren, die Waffenwirkungen im Lichte der technischen Entwicklungen und die daraus entstandenen taktischen Kampfverfahren aufzeigen, das Soldatenleben und den hohen Blutzoll, den Salzburger Einheiten auf den Schlachtfeldern Europas geben mussten, aufrollen sowie das Entstehen und Wirken des adeligen militärischen St. Rupert-Ritter-Ordens bis zu seiner Auflösung 1811 untersuchen.
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