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Beitrag im “PALLASCH” Nr. 58, S. 115 f, WAFFENKUNDE Ein Salzburger Heiduckensäbel Abgebildet ist ein Säbel des Typs Husarensäbel im Rokokostil mit prächtigen Verzierungen. - Gesamtlänge 84,5 cm. - Klingenlänge: 69,5 cm. Diese Waffe ist eindeutig dem Salzburger Fürsterzbischof Hieronymus von Colloredo (1732-1812) zuzuordnen - die Griffkappe in Gold zeigt sein erzbischöfliches Wappen.  Damit ist diese Waffe auch zeitlich einzuordnen: Colloredo hat von 1772 bis 1800 in Salzburg gewirkt. Die Waffe trägt keinerlei Markenzeichen.  Auch sind keine weiteren Stücke bekannt, der Säbel ist ein Unikat. Der Ursprung dieser Waffe könnte folgendermaßen zu erklären sein: - Es trug ihn ein hoher Offizier des Salzburger Militärs. - Er war ein Ehrensäbel als Geschenk an einen Offizier für außergewöhnliche Taten. - Es war die Griffwaffe des Kommandanten der Salzburger Heiduckengarde. Ich neige letzterer Erklärung zu. Das Salzburger Militär bestand aus einem bewaffneten Körper von etwa 1.500 Mann.  Ab 1800 mussten nach der Besetzung alle Bestände der Salzburger Arsenale als Reparationszahlungen an Bayern und Frankreich abgeführt werden. Die Waffen wurden verkauft, nur wenige Stücke sind erhalten geblieben und sind daher Raritäten. Die erzbischöfliche Heiduckengarde Die Salzburger Fürsterzbischöfe unterhielten in ihrem hochfürstlichen Hofstaat eine Leibgarde mit sieben Mann Primaplana und 30 Karabiniers, 20 Trabanten sowie 8 Reitknechten und daneben noch eine siebenköpfige Heiduckengarde . Heiducken (auch Heyducken oder Heidonen) waren eine ungarische leichte Infanterie, die im Zuge der Erweiterung des königlichen Heeres unter Matthias Corvinus (1443-1490) wegen des zunehmenden Expansionsdruckes des Osmanischen Reiches vornehmlich aus Viehhirten rekrutiert wurde. Sie trugen keine Uniformen, sondern die volkstümliche Kleidung der Landbevölkerung und führten Handrohre, Säbel und Hacke (Fokos) sowie einen Umhang „Kutza" als Witterungsschutz, wovon sich die "Kotze" als dicke Wolldecke herleitet. Diese leichte Infanterie bot sich Kriegsunternehmern auch als Söldner an und das hat zu ihrem zwiespältigen Ruf beigetragen. Im 18. Jahrhundert ist es dann überhaupt zu einem Bedeutungswandel dieses Wortes gekommen: Als Heiducken bezeichnete man sowohl Gerichtsdiener und die Trabanten von Magnaten als auch Räuberbanden. An den europäischen Fürstenhöfen kamen nach der Befreiung Ungarns von der osmanischen Herrschaft morgenländische Attribute in Mode: Der Kaffee und das dem Halbmond nachgeahmte Kipferl fanden Eingang ins Bürgertum, Mozart schrieb seine Oper „Entführung aus dem Serail", Gegenstände aus der Türkenbeute dienten der höfischen Dekoration, der orientalisierende Baustil kam verbreitet zum Einsatz  -  und Fürsten hielten sich eine als besonders tüchtig geltende orientalische Leibgarde. Der Salzburger Fürsterzbischof eben eine Heiduckengarde. Auch im kaiserlichen Kriegswesen spielten diese Völker als Kroaten und Panduren eine gewichtige Rolle als Freitruppen, die sich in den Erbfolgekriegen auch glänzend bewährten. Der hier vorgestellte Heiduckensäbel hat aller Wahrscheinlichkeit nach dem Kommandanten dieser Heiduckengarde gehört. Harald Walter Gredler wurde 1944 geboren. Nach seiner schulischen und beruflichen Ausbildung als Holzkaufmann war er über 40 Jahre im Holzgroßhandel tätig, schon bald in leitender Funktion. Seit frühester Jugend beschäftigte er sich intensiv mit Geschichte, begleitend dazu entstand seine Leidenschaft für historische Waffen und Ausrüstungen. Heute ist er anerkannter Experte in diesem Fachbereich und Kurator mehrerer Ausstellungen. Hermann Hinterstoisser: Arcieren-Hartschiere-Heiducken. In: Der Gardist, 20. Jahrgang, S. 40-43. L. Hübner: Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürstenthums Salzburg in Hinsicht auf Topographie und Statistik, Salzburg 1796. Oscar Teuber und Rudolfvon Ottenfeld: Die österreichische Armee von 1700 bis 1867. Wien 1895, S. 69, 131-139.
Harald W. GREDLER
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Waffentechnische und wehrgeschichtliche Publikationen 1813 – Kampf um Europa, Truppendienst    5/2013 Impressionen 1813 Kampf für Europa – Die Österreicher in der Völkerschlacht bei Leipzig (Ausstellungskatalog für das 200-Jahr-Jubiläum der Völkerschlacht), 2013 Ein Salzburger Heiduckensäbel, Pallasch, Zeitschrift für Militärgeschichte 58/2016 Eine Steinschloss-Wenderpistole des Fürsterzbischofs von Salzburg, Pallasch,  60/2017 Frühe Dragoner-Steinschlosspistole von Hans Schmidt, Pallasch, 61/2017 Radschlosskarabiner der Berittenen Leibschützen des Fürsterzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau (1587-1612), Pallasch, 63/2018 Publikationen in der Zeitschrift Pallasch 2018 Nr. 65 Okt 2018 Seite 111 Windbüchse System Girandoni M 1779 Nr. 64 Juni 2018 Seite 95 Kavalleriepistole M 1744 Nr. 63 Februar 2018 Seite 127 Radschlosskarabiner der berittenen Leibschützen des  Fürsterzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau 1587 – 1612 Redigierung und Herausgabe von J.R.Werner: Kriegstagebuch -  Ein Salzburger im 1.Weltkrieg von 1916-1918, Österreichischer Milizverlag 2013
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Beitrag im “PALLASCH” Nr. 58, S. 115 f, WAFFENKUNDE Ein Salzburger Heiduckensäbel Abgebildet ist ein Säbel des Typs Husarensäbel im Rokokostil mit prächtigen Verzierungen. - Gesamtlänge 84,5 cm. - Klingenlänge: 69,5 cm. Diese Waffe ist eindeutig dem Salzburger Fürsterzbischof Hieronymus von Colloredo (1732-1812) zuzuordnen - die Griffkappe in Gold zeigt sein erzbischöfliches Wappen.  Damit ist diese Waffe auch zeitlich einzuordnen: Colloredo hat von 1772 bis 1800 in Salzburg gewirkt. Die Waffe trägt keinerlei Markenzeichen.  Auch sind keine weiteren Stücke bekannt, der Säbel ist ein Unikat. Der Ursprung dieser Waffe könnte folgendermaßen zu erklären sein: - Es trug ihn ein hoher Offizier des Salzburger Militärs. - Er war ein Ehrensäbel als Geschenk an einen Offizier für außergewöhnliche Taten. - Es war die Griffwaffe des Kommandanten der Salzburger Heiduckengarde. Ich neige letzterer Erklärung zu. Das Salzburger Militär bestand aus einem bewaffneten Körper von etwa 1.500 Mann.  Ab 1800 mussten nach der Besetzung alle Bestände der Salzburger Arsenale als Reparationszahlungen an Bayern und Frankreich abgeführt werden. Die Waffen wurden verkauft, nur wenige Stücke sind erhalten geblieben und sind daher Raritäten. Die erzbischöfliche Heiduckengarde Die Salzburger Fürsterzbischöfe unterhielten in ihrem hochfürstlichen Hofstaat eine Leibgarde mit sieben Mann Primaplana und 30 Karabiniers, 20 Trabanten sowie 8 Reitknechten und daneben noch eine siebenköpfige Heiduckengarde . Heiducken (auch Heyducken oder Heidonen) waren eine ungarische leichte Infanterie, die im Zuge der Erweiterung des königlichen Heeres unter Matthias Corvinus (1443-1490) wegen des zunehmenden Expansionsdruckes des Osmanischen Reiches vornehmlich aus Viehhirten rekrutiert wurde. Sie trugen keine Uniformen, sondern die volkstümliche Kleidung der Landbevölkerung und führten Handrohre, Säbel und Hacke (Fokos) sowie einen Umhang „Kutza" als Witterungsschutz, wovon sich die "Kotze" als dicke Wolldecke herleitet. Diese leichte Infanterie bot sich Kriegsunternehmern auch als Söldner an und das hat zu ihrem zwiespältigen Ruf beigetragen. Im 18. Jahrhundert ist es dann überhaupt zu einem Bedeutungswandel dieses Wortes gekommen: Als Heiducken bezeichnete man sowohl Gerichtsdiener und die Trabanten von Magnaten als auch Räuberbanden. An den europäischen Fürstenhöfen kamen nach der Befreiung Ungarns von der osmanischen Herrschaft morgenländische Attribute in Mode: Der Kaffee und das dem Halbmond nachgeahmte Kipferl fanden Eingang ins Bürgertum, Mozart schrieb seine Oper „Entführung aus dem Serail", Gegenstände aus der Türkenbeute dienten der höfischen Dekoration, der orientalisierende Baustil kam verbreitet zum Einsatz  -  und Fürsten hielten sich eine als besonders tüchtig geltende orientalische Leibgarde. Der Salzburger Fürsterzbischof eben eine Heiduckengarde. Auch im kaiserlichen Kriegswesen spielten diese Völker als Kroaten und Panduren eine gewichtige Rolle als Freitruppen, die sich in den Erbfolgekriegen auch glänzend bewährten. Der hier vorgestellte Heiduckensäbel hat aller Wahrscheinlichkeit nach dem Kommandanten dieser Heiduckengarde gehört. Harald Walter Gredler wurde 1944 geboren. Nach seiner schulischen und beruflichen Ausbildung als Holzkaufmann war er über 40 Jahre im Holzgroßhandel tätig, schon bald in leitender Funktion. Seit frühester Jugend beschäftigte er sich intensiv mit Geschichte, begleitend dazu entstand seine Leidenschaft für historische Waffen und Ausrüstungen. Heute ist er anerkannter Experte in diesem Fachbereich und Kurator mehrerer Ausstellungen. Hermann Hinterstoisser: Arcieren-Hartschiere-Heiducken. In: Der Gardist, 20. Jahrgang, S. 40-43. L. Hübner: Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürstenthums Salzburg in Hinsicht auf Topographie und Statistik, Salzburg 1796. Oscar Teuber und Rudolfvon Ottenfeld: Die österreichische Armee von 1700 bis 1867. Wien 1895, S. 69, 131-139.
Impressionen, in: 1813 – Kampf für Europa. Die Österreicher in der Völkerschlacht bei Leipzig, Festschrift anlässlich der Ausstellung des Salzburger Wehrgeschichtlichen Museums zum 200. Jahrestag zur Völkerschlacht bei Leipzig im Schloss Markkleeberg bei Leipzig, Dresden- Markkleeberg 2013. ISBN 978-3-00-041818-1. 1813 – Kampf um Europa; Rundschau, in: Zeitschrift Truppendienst. Zeitschrift für Ausbildung, Führung und Einsatz im Österreichischen Bundesheer – Folge 335, Ausgabe 5/2013, Wien 2013. J.R.Werner: Kriegstagebuch. Ein Salzburger im Ersten Weltkrieg,
Harald W. GREDLER
Beitrag im “PALLASCH” Nr. 57, S. 72
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